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waren roth angestrichen, bei einigen mit schwarzen Streifen, und ihr Anzug war der der
Assiniboins. Mehre von ihnen trugen lange Wolfsfelle über die Schulter, den Kopf des
Thiers auf der Brust, den Schwanz auf dem Boden nachschleifend. Die Männer sollen oft
stark tattowirt seyn, und Franklin sagt, diese Operation sey schmerzhaft, wovon man uns
das Gegentheil versicherte. Ihre Weiber sollen zum Theil sehr wohl gebildet seyn. Man
rechnet die Krihs sechs bis acht hundert Zelte stark, und folglich, wenn man wie gewöhn-
lich drei Männer auf jedes derselben annimmt, so geht hieraus eine Zahl von 1800 bis 2100
Männern für diesen Stamm hervor. Wir vernahmen plötzlich Flintenschüsse, die Ankündi-
gung einer uns bevorstehenden höchst interessanten Scene, und die ganze Bevölkerung
des Fortes begab sich vor das Thor, um Zeuge des Anmarsches jener wilden Horde zu
seyn. In der Richtung von Nord-Westen war die ganze Prairie mit zerstreuten Indianern be-
deckt, deren zahlreiche Hunde die Schleifen mit dem Gepäcke zogen. Ein geschlossener
Haufe der Krieger, etwa 250 bis 300 an der Zahl, hatte sich etwa in der Stärke und Auf-
stellung von zwei Infanterie-Compagnien im Centro gebildet und rückte in Front im ras-
chen Schritte gegen das Fort heran. Die indianischen Krieger marschirten geschlossen etwa
drei bis vier Mann hoch, nicht sehr regelmässig ihre Glieder beobachtend, jedoch ziem-
lich geschlossen, und bildeten eine ziemlich ansehnliche Linie. Vor der Mitte, wo etwa bei
einem europäischen Bataillone die Fahnen marschiren, traten Arm an Arm drei bis vier
Chefs vorher, und aus dieser bunten martialisch bemalten Masse, fielen überall einzelne
sehr schwer geladene, und daher heftig knallende Flintenschüsse. Der ganze Haufe dieser
wilden Krieger stimmte jetzt seinen originellen Gesang an, der viele einzeln abgebrochene
Töne so wie das Kriegsgeschrei enthielt. Alle diese Indianer waren in ihre Bisonroben ge-
hüllt und auf die mannichfaltigste, höchst fantastische Art aufgeputzt. Die meisten hatten
das Gesicht gänzlich mit Zinnober angestrichen, andere gänzlich schwarz, in den Haaren
trugen sie Adler- und Raubvögel-Federn, einige hatten Mützen von Wolfsfell, welche sie
bei der grossen Hitze unmöglich abkühlen konnten, und auch diese Pelzmützen waren zum
Theil mit rother Farbe beschmutzt; andere hatte grüne Blätter um den Kopf befestigt, an
ihren Fersen schleiften lange Wolfsschwänze nach, Ehrenzeichen für erlegte Feinde, und
ihre Lederanzüge waren zum Theil neu und schön. Als sie nahe heran rückten, erblickte
man furchtbar martialische Gestalten unter ihnen, und dieser Eindruck wurde noch durch
die aus ihren Reihen hervorschallenden Töne des Gesanges und der heftig geschlagenen
Trommel erhöht. Sie rückten auf etwa 60 Schritte heran, machten an einem natürlichen,
von dem Missouri neben dem Forte hinauf laufenden Graben halt und erwarteten, die
Chefs vor der Fronte, unsere Bewillkommung. Herr McKenzie hatte ihnen die beiden Dol-
metscher Halero und Lafontaine entgegen gesandt, welche den Chefs die Hände drück-
ten, und sie nach dem Thore des Fortes führten. Dieses war wie immer geschlossen, mit
einer Wache besetzt, und man lässt nie zu viele Indianer zugleich ein, da man ihnen nie
unbedingt trauen darf. Auch jetzt liess man nur die Chefs und etwa 30 der Hauptkrieger
ein, welche sich in dem für solche Zusammenkünfte bestimmten Locale rings umher an
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