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hell leuchteten. Herr McKenzie vermuthete sogleich die Anwesenheit einer indianischen
Kriegsparthei, welchen man immer gerne ausweicht, da ihnen nie viel Gutes zuzutrauen
ist. Man berathschlagte was zu tun sey. Es folgten am Ufer viele Schüsse, welche hell auf-
blitzten und heftig knallten, da es der Gebrauch der Indianer ist, sehr viel Pulver zu laden,
auch bemerkten wir bald in den dunklen Gebüschen die sonderbaren geisterartigen Gestal-
ten der Indianer in ihren weiss angestrichenen Bisonroben. Niemand kannte die Absicht
dieser Leute, daher sah man der Zusammenkunft mit gespannter Erwartung entgegen. Die
Indianer brachen zuerst das Stillschweigen, indem sie uns zuriefen, „sie seyen hier in fried-
licher Absicht und wünschten an Bord zu kommen.“ Da man nun durch den Dolmetscher
Ortubize vernahm, sie seyen Dacotas vom Stamme der Yanktonans, so unterhielt man sich
einige Zeit mit ihnen, während ein Uebergang von Brettern nach dem Lande eingerichtet
wurde. Drei und zwanzig meist grosse starke Männer betraten nun das Schiff und man
liess sie an der einen Seite der grossen Cajüte in einer Reihe nieder sitzen. Die Yankton-
ans werden als die treulostesten und gefährlichsten aller Dacotas angesehen, und sie sol-
len schon öfters Weisse getödtet haben. Sie waren meist starke, schlanke, wohlgebildete
Männer, mit langen, wild herab hängenden Haaren. Nachdem wir mit diesen Yanktonans
die Pfeife in der Runde geraucht hatten, leerte der Chef vor Herrn McKenzie einen Beutel
mit altem übelriechenden Pemmikan (pulverisirtes getrocknetes Fleisch) aus, als ein Ges-
chenk, und stand dann auf, um ihn anzureden. „Sein Volk habe früher mit den Mandans in
gutem Einverständnisse gelebt, sey aber seit einem Jahre, wegen des Mordes eines Daco-
ta mit ihnen entzweit, und wünsche nun wieder Frieden zu schliessen. Um der Fur-Com-
pany mehr Biber zu geben, wünschten sie am Missouri frei jagen zu können und deshalb
sey ihnen der Friede mit den Mandans wichtig; sie hofften daher, Herr McKenzie werde
sich für sie verwenden und ihnen erlauben ihn zu begleiten.“ Erst spät führte man unseren
Besuch in einen anderen Raum, wo man ihnen Essen vorsetzte und sie auch für die Nacht
beherbergte; jedoch am anderen Morgen giengen sie ans Land und legten den Weg nach
FortClarke zu Fusse zurück.
Während der Nacht hatte ein heftiges Gewitter getobt und der kommende Morgen, (des 18.
Juni) war trübe, feucht und windig. Man verliess früh die Stelle der Zusammenkunft, von
wo man noch 12 Meilen bis nach FortClarke rechnet.
Washburn in North Dakota ist ein kleines Provinznest im McLean County mit knapp 1
300 Einwohnern. Zunächst besuchen wir das McLean County Museum an der Main Street.
Wie in jedem dieser kleinen Museen sind die Leute auskunftsfreudig. Auch hier finden wir
die übliche Mischung von unwichtigem Krimskrams und historisch wertvollen Artefakten.
Eine Besonderheit sind die unzähligen ausgestopften Tiere, die in dieser Region lebten bez-
iehungsweise leben.
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