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Der Mike Snape Joke
Mark beschloss, dass wir unser eigenes Weihnachtsessen kochen würden, um zwei Dollar
zu sparen.
„Wir haben Steak“, sagte uns der Metzger und zeigte auf ein Poster mit einem feinen
Lendenstück an der Wand. Aus irgendeinem Grund glaubten wir ihm. Am Ende war das
Fleisch zu zäh zum Kauen. „Das liegt daran, dass es biologisch ist und nicht mit Chemikali-
en weich gemacht wurde“, sagte Mark zuversichtlich. „Jesus Christus, wie viel Knoblauch
hast du hier reingetan?“, fragte Melissa. „Zwanzig Zehen“, sagte Mark. „Knoblauch ist ge-
sund.“ Um dieses Festessen herunter zu spülen, kauften wir Rum und ein paar Flaschen
guten chilenischen Wein. „Producto de Qualidad“ , las Melissa auf der Weinflasche. „Wo
ist Qualidad? Ist es in Südamerika?“ Mark stöhnte.
Wir teilten den Wein aus Qualidad mit ein paar anderen Gästen in der Herberge, einsch-
ließlich eines jungen Oxford-Absolventen, der gerade seine Doktor-Arbeit beendet hatte.
Er hatte zwei Jahre lang Kolibris in einem kolumbianischen Regenwald studiert. Ein Pro-
motionsaufbaustudium schien keine schlechte Idee zu sein.
„Ich studiere die Entwicklung des Chi bei einem 150 Jahre alten spirituellen Lehrer in den
Himalayas“, sagte Melissa. „Im Himalaya“, korrigierte Mark. „Lass mich raten“, sagte ich
zu Mark. „Du würdest halluzinogene Drogen rund um die Welt studieren?“ „Ich bin schon
dabei“, antwortete er. „Du könntest immer noch machen, was Mr. Snape gemacht hat“,
schlug ich vor. Mark und ich wurden still. „Arme Sau“, sagte Mark nach einer Minute des
Schweigens. „Was ist mit Mr. Snape passiert?“, fragte Melissa.
Mr Snape war ein Psychologie-Student im Promotionsaufbaustudium gewesen, mit dem
wir einmal gemeinsam in einem Haus gewohnt hatten. Er hatte einen Ziegenbart und ein
wahnsinniges Leuchten in seinen Augen und sah aus wie eine heitere Version des Teufels.
Er forschte über das Glück. Zu diesem Zweck steckte er Elektroden in die Gehirne von
Ratten.
„Wenn man ihre Glückszentren stimuliert“, hatte er erklärt, „verlieren die Ratten die Mo-
tivation, irgendwas zu machen. Wenn man die Elektroden nicht abnimmt, verhungern sie.“
Eines Tages war Mike ausgezogen. Wir hatten ihn nie wieder gesehen. Wir hatten den Ver-
dacht, dass er der Versuchung unterlegen war und sich selbst an die Glücksmaschine an-
geschlossen hatte. Wir stellten uns vor, wie ein anderer Forscher nach den Sommerferi-
en in das College-Labor kam und eine drei Monate alte Leiche mit einem Ziegenbart und
Elektroden am Kopf in einen Sessel gesunken vorfand, das Gesicht in sabbernder Ekstase
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