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soziale Einheit: Der Dorf-Clan, bzw. Ayllu . Die Ayllu gestatteten eine Kooperation bei
großen kommunalen Aufgaben, z.B. dem Bau eines Bewäs-serungskanals. Die Inka bilde-
ten daraus das formale System der Mita , behielten aber das Prinzip des Gemeinwohls bei.
Die Spanier zerstörten die Ayllu . Sie teilten das Land in Gutshöfe auf, die sie als Encomien-
das bezeichneten, und die jeweils einem spanischen Encomendero gehörten. Die Indianer
in jedem Landsitz mussten für ihren neuen Herrn arbeiten. Die spanische Krone wies die
Gutsherren fromm an, den Bauern weniger zu nehmen als die Inkas, aber im fernen Peru
wurde diese halbherzige Bitte ignoriert: Die Encomenderos ließen „ihre“ Indianer arbeiten,
bis sie tot umfielen. Die einzige Pflicht, die als Gegenleistung von ihnen gefordert wurde,
bestand in der Verbreitung des Christentums.
Vor der Eroberung hatten die Peruaner kaum Tiere außer dem Lama. Aber als Ackerbauern
waren sie unübertroffen. Indem man verschiedene Mikro-Klimazonen in unterschiedlichen
Höhenlagen nutzte, kultivierte man in Peru ein größeres Spektrum an Pflanzen und Med-
izin als in jeder anderen Region der Erde. Bohnen, zwanzig Sorten Mais, 240 Arten Kar-
toffeln, Schokolade, Erdnüsse, Cashew-Nüsse, Avocados, Ananas, Kürbisse, Paprika, To-
maten … so viele gängige Lebensmittel stammen aus Peru, dass man sich kaum vorstellen
kann, was wir vor der Eroberung in Europa gegessen hatten. 14
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Die Antwort findet man in Reay Tannahills faszinierendem Werk Food in History.
Die Spanier brachten landwirtschaftliche Techniken, die man für das milde Klima Europas
entwickelt hatte, in ein Land, das von Gebirgen, Wüsten und Urwäldern geprägt war.
12.000 Jahre regionaler Erfahrungen ignorierten sie. Sie ignorierten die Notwendigkeit,
an steilen Hängen der Anden Terrassen anzulegen, um der Erosion vorzubeugen, oder
Bewässerungssysteme in der Wüste entlang der Küste zu bauen. Sie führten Tiere ein,
die empfindliche Weiden abgrasten. Sie bauten Monokulturen an - gewinnbringende Ex-
port-Früchte wie Kaffee - anstatt dem Land durch gemischten Anbau, wechselnde Früchte
und Brachjahre Gelegenheit zu geben, sich zu erholen. Sie zerstörten das System des
Kollektivbesitzes, das es Kommunen gestattete, Täler und Hänge zugleich zu bebauen, um
für Überflutungen und trockene Zeiten vorzusorgen. Die Auswirkung war katastrophal.
Heute werden in Peru weniger Lebensmittel angebaut als vor der Ankunft der Spanier.
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