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Der hochwertige Kaffee wird sofort verschifft. Das ist typisch für ein Wirtschaftssystem,
das eher dem Vorteil des Westens als dem Wohlergehen der Einheimischen dient. Auch
in wirtschaftlicher Hinsicht profitieren die Kolumbianer nicht wirklich vom Kaffeexport.
Einheimische Kaffee-Bauern bekommen nur rund ein Zehntel des Geldes, das wir für den
Kaffee bezahlen. Der Rest geht an Exporteure, Fuhrunternehmen, Röster und Einzelhänd-
ler - alles weitgehend westliche multinationale Unternehmen. Kaffee ist ein klassisches
Beispiel für ein Handelssystem, das schon seit der spanischen Eroberung so funktioniert.
Auch heute noch besteht der größte Teil der Exporte in dieser Region entweder in Rohstof-
fen wie Öl, Bananen, Kaffee oder sogar Kokain, oder in den Produkten von Fabriken, die
ausländische Gesellschaften hier gebaut haben, um die billige Arbeitskraft auszunutzen. 39
---39 Fabrikware in Prozent des jeweiligen nationalen Exports: Bolivien 7%, Kolumbien 18%, Peru 12%, Ecuador 1%.
Industrieländer (im Durchschnitt) 76%. (Quelle: World Bank World Development Report, 1987)
Rohstoffe und billige Arbeitskräfte: Wenn man schicke moderne ökonomische Begriffe wie
‚strukturelle Anpassung', ‚relativer Vorteil' und ‚freier' Handel abzieht, bluten Eduardo
Galaenos zwei Offenen Adern immer noch.“ „Was ist strukturelle Anpassung?“, fr agte
Melissa. „Also das ist eine Wirtschaftspolitik, die …“ Aber diesen Teil will ich Euch er-
sparen.
Armut
Eine Statistik aus dem neuen Entwicklungsbericht der UNO sagt aus, dass das Eigentum
der reichsten 358 Menschen der Welt dem Einkommen der ärmsten 45 Prozent der
Menschen auf dem Planeten entspricht: 2,3 Milliarden Menschen. 40
---40 Der Bericht stellte auch fest, dass sich die Lücke zwischen reich und arm in den zwei Jahrzehnten zwischen 1970
und 1991 verdoppelt hat. 1991 verdienten die reichsten 20 Prozent der Menschen 85 Prozent des gesamten Einkommens;
die ärmsten 20 Prozent verdienten lediglich 1,4 Prozent.
Isla de Salamanca
Die größte Party in ganz Südamerika rückte näher: Karneval. Der Karneval von Baran-
quilla, von Santa Marta in zwei Stunden mit dem Bus entlang der Küste erreichbar, galt als
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