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Anbieterunabhängigkeit - Im Gegensatz zu kommerzieller Software ergeben sich bei
Open Source keine Restriktionen in Bezug auf die Auswahl der Anbieter. Der Nutzer er-
hält die Freiheit, die Software nach seinem Bedarf und seinen Einsatzzwecken zu nut-
zen und mit Anwendungen verschiedener Hersteller interagieren zu lassen. Hingegen
nutzen einige Großkonzerne ihre Vormachtstellungen, um den Nutzer in diesem Be-
reich an ihre eigenen Programme zu binden.
Ofene Standards - Dies betrifft insbesondere die Nutzung von Schnittstellen zu ande-
ren Systemen. Häuig sind Standardschnittstellen bzw. standardisierte Austausch- und
Ausgabeformate bereits im Quellcode integriert oder können mit relativ geringem Auf-
wand hinzugefügt werden. Dies erhöht die Interoperabilität und Kompatibilität mit der
Software anderer Anbieter deutlich.
Keine Lizenzkosten - Für die Nutzung von Open Source fallen in der Regel keine Lizenz-
kosten an. Dieser Kostenfaktor ist ein häuiger Grund für die Nutzung von Open Source.
Jedoch können unter Umständen die Kosten in Bereichen wie Support und Schulung
steigen. Deshalb ist im Einzelfall mit Hilfe einer Wirtschaftlichkeitsanalyse zu prüfen,
ob die Gesamtbetriebskosten (engl. Total Cost of Ownership (TCO)) wirklich sinken.
Neben den Vorteilen, die für den Einsatz von Open Source-Software sprechen, gibt es auch
eine Reihe von Nachteilen [RVRK06, S.172 ff.]:
Support - Häuig gibt es bei Open Source-Produkten keinen so umfangreichen Support
wie bei kommerziellen Anwendungen. Unterstützung bei der Nutzung erfolgt meist
ausschließlich über Communities in Internet-Foren. Jedoch gibt es auch Unternehmen,
die ihr Geschäftsmodell auf den zugehörigen Support spezialisiert haben.
Schulung - Kommerzielle Produkte sind derzeit in vielen Bereichen verbreiteter als Open
Source-Anwendungen. Dies liegt unter anderem daran, dass kommerzielle Anbieter
schnellere Entwicklungsarbeit leisten können, wodurch Open Source-Produkte häuig
erst nach den kommerziellen Produkten auf den Markt kommen. Viele Nutzer haben
mit den kommerziellen Produkten bereits Erfahrung, wodurch bei deren Nutzung der
Schulungsaufwand entsprechend geringer ausfällt. Des Weiteren wird bei Open Source
zu Beginn häuig ein Ausbau der Funktionalität betrieben, eine gute Usability jedoch
erst danach implementiert.
Eingeschränkte Planungssicherheit - Im Bereich Open Source existieren in der Regel
keine Verplichtungen zur Weiterentwicklung der Anwendung sowie zu entsprechender
Plege und Wartung. Bei kommerziellen Produkten gibt es hingegen häuig ein vertrag-
lich festgelegten Wartungs- und Support-Zeitraum.
Interoperabilität - Die Interaktion zwischen Open Source und kommerzieller Software ist
zum Teil eingeschränkt. Dies ist kein direkter Nachteil von Open Source, allerdings nut-
zen führende kommerzielle Anbieter ihre Dominanz aus, um den Datenaustausch mit
freier Software zu verhindern, indem Format- und Schnittstellenspeziikationen nicht
offen gelegt werden. Dadurch wird die Einsatzmöglichkeit der Open Source-Produkte
beschränkt. Zudem sind bestimmte Anwendungen nur für Windows verfügbar. Werden
diese benötigt, ist beispielsweise die Verwendung von Linux dementsprechend hinfäl-
lig.
In den Bereichen Produktqualität und Sicherheit gehen die Meinungen zu Vor- und Nach-
teilen auseinander. Befürworter von Open Source erklären deren höhere Produktquali-
tät dadurch, dass kein Zeitdruck im Bezug auf Veröffentlichungstermine besteht und so-
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