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BILD 2.19 Enterprise Service Bus
2.5.3 Enterprise Information Integration (EII)
EII - Enterprise Information Integration entstand als Ansatz zur Integration relevanter Da-
ten aus heterogenen Quellen in den 1990ern mit dem Ziel, unternehmensweit einheitli-
che, konsolidierte Daten zu erhalten ohne sie zuvor in ein Data Warehouse zu laden. Im
Gegensatz zum ETL-Ansatz, bei dem die integrierten Daten in einem separaten System
materialisiert vorliegen, wird mittels des EII-Ansatzes die Integration virtualisiert vorge-
nommen. Der Anwender hat lediglich die Illusion eines einheitlichen Systems, da er seine
Anfragen an das zentrale EII-System stellt und von dort auch die Ergebnisse zurückgelie-
fert bekommt. Das EII-System nimmt die Anfragen jedoch nur entgegen, bereitet und teilt
sie aber so auf, dass sie an die verschiedenen Quellsysteme geschickt und dort beantwortet
werden können. Die dann von den einzelnen Quellsystemen gelieferten Teilinformationen
wiederum werden vom EII-System so aufbereitet und an den Anwender geliefert, dass der
Eindruck entsteht, die Informationen kämen aus einem einzigen System (vgl. dazu auch
[Hal05] und [BH08].
Ein mögliches Einsatzszenario könnte ein Shop-in-Shop-System sein. So kann z. B. ein
großer Onlinehändler einem kleineren Händler die Möglichkeit bieten, sich auf seiner
Webseite nicht nur zu präsentieren, sondern auch seine Geschäfte über ihn abzuwickeln.
Um die Angebote des kleinen Händlers anzeigen zu können, muss auf dessen Artikelda-
tenbank zugegriffen werden. Hat diese eine andere Struktur als die des großen Händlers,
soll aber weder mit dieser fusioniert noch geändert werden, müssen über eine Middleware
die Anfragen und die gelieferten Ergebnisse „übersetzt“ werden. Gleiches gilt für die Kun-
dendaten, die Bestellabwicklung und andere beteiligte Systeme.
Verallgemeinernd kann gesagt werden, dass es bei diesem Ansatz weder zu einer Datenfu-
sion oder -replikation wie beim typischen ETL-Szenario, noch zu einem Datenaustausch
wie beim typischen EAI-Ansatz kommt. Vielmehr werden Quellen und Ziele mittels ihrer
konzeptionellen Schemas (im Sinne der ANSI/X3/SPARC-Drei-Schichten-Architektur) auf-
einander gemappt und auf dieser Grundlage verteilte Anfragen bzw. Transaktionen gestar-
tet. Detaillierte Beschreibungen verteilter Anfragen und Transaktionen inden sich u. a. in
[CHKT05, S.77 ff.] und [LN07, S.173 ff.].
Die technische Umsetzung ist möglich durch sogenannte mediatorbasierte Integrations-
systeme wie sie u. a. von Wiederhold 1992 [Wie92] vorgestellt wurden. Mediatorbasierte In-
tegrationssysteme haben zwei wesentliche Komponenten: Wrapper und Mediatoren . Die
Abbildung 2.20 zeigt den Aufbau eines einfachen Mediator-Wrapper-Systems.
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